# Gute Prompts schreiben: sechs Bausteine mit Beispielen

> Ein guter Prompt sagt der KI, was sie tun soll, wofür das Ergebnis gebraucht wird, welche Informationen sie nutzen darf und wie die Antwort aussehen soll. Ein bis drei Beispiele für das gewünschte Ergebnis verbessern die Qualität deutlich. Faustregel aus Anthropics Leitfaden: Würde eine Kollegin ohne Vorwissen den Prompt verstehen, versteht ihn die KI auch.

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- Sprache: de
- Aktualisiert: 2026-10-19
- Herausgeber: Dein privater Assistent (OnlineBuilders LLC, https://onlinebuilders.biz)

Die meisten schlechten KI-Antworten sind Antworten auf schlechte Fragen. Wer „Schreib mir einen Text über unser neues Angebot“ eintippt, gibt der KI einen Satz und erwartet, dass sie den Rest errät: Zielgruppe, Länge, Ton, Zweck, das Angebot selbst. Sie rät. Und das Ergebnis klingt dann nach Prospekt.

Prompt Engineering klingt nach Geheimwissen. Im Kern ist es das, was man auch einem neuen Mitarbeiter am ersten Tag sagen würde. Anthropic formuliert das in seinem [Leitfaden für Prompts](https://platform.claude.com/docs/en/build-with-claude/prompt-engineering/claude-prompting-best-practices) als „goldene Regel“: Zeig den Prompt einer Kollegin, die wenig über die Aufgabe weiß. Wenn sie verwirrt wäre, ist es die KI auch.

## Die sechs Bausteine eines guten Prompts

Nicht jeder Prompt braucht alle sechs. Je wichtiger das Ergebnis, desto mehr davon solltest du liefern.

**Sechs Bausteine, in dieser Reihenfolge**

1. **Material** Lange Texte, Daten, Dokumente zuerst. Anthropic empfiehlt, sie oben vor die Anweisung zu setzen.
2. **Aufgabe** Ein klares Verb: schreibe, kürze, vergleiche, finde, bewerte.
3. **Zweck und Kontext** Wofür, für wen, mit welchem Vorwissen.
4. **Format** Länge, Struktur, Tabelle oder Fließtext, Ton.
5. **Beispiele** Ein bis drei Muster für das gewünschte Ergebnis.
6. **Prüfauftrag** Was die KI tun soll, wenn Infos fehlen oder sie unsicher ist.

Der Baustein, den die meisten weglassen, ist der Zweck. „Fass diesen Bericht zusammen“ liefert etwas anderes als „Fass diesen Bericht zusammen, damit ich in der Geschäftsführung entscheiden kann, ob wir das Budget verlängern“. Mit dem Zweck weiß die KI, was wichtig ist und was weg kann. Der Anthropic-Leitfaden sagt ausdrücklich, dass Kontext und Motivation hinter einer Anweisung die Ergebnisse verbessern.

## Vorher und nachher: drei Beispiele

Theorie überzeugt wenig. Hier drei typische Alltagsprompts, jeweils in der schwachen und der starken Version.

**Beispiel 1, Angebotstext.** Schwach: „Schreib einen Text für unser neues Wartungspaket.“

Stark:

```text
Schreibe einen Absatz für unsere Website über ein neues Wartungspaket.
Zielgruppe: Inhaber kleiner Arztpraxen, keine IT-Kenntnisse.
Fakten: Monatlich 89 Euro netto, enthält Updates, Backups, Notfall-Hotline
werktags 8 bis 18 Uhr, Reaktionszeit 4 Stunden.
Ton: sachlich, beruhigend, ohne Fachbegriffe.
Länge: 80 bis 100 Wörter. Kein Superlativ, kein Ausrufezeichen.
```

**Beispiel 2, Entscheidung.** Schwach: „Soll ich einen zweiten Mitarbeiter einstellen?“

Stark: Nenne Umsatz, Auslastung, Kosten der Stelle und deine Sorge. Und bitte ausdrücklich um Gegenargumente: „Spiel den Advocatus Diaboli. Nenne die drei stärksten Gründe dagegen.“ Sprachmodelle neigen dazu, dem Fragenden zuzustimmen. Wer Widerspruch will, muss ihn bestellen.

**Beispiel 3, Kürzen.** Schwach: „Mach das kürzer.“ Stark: „Kürze auf höchstens 120 Wörter. Behalte alle Zahlen und Fristen. Streiche zuerst Einleitung und Wiederholungen.“ Mit einer Prioritätenliste entscheidet die KI nicht willkürlich, was fliegt.

## Beispiele sind der stärkste Hebel

Anthropic nennt Beispiele einen der zuverlässigsten Wege, Format, Ton und Struktur einer Antwort zu steuern, und empfiehlt drei bis fünf, wenn es auf Konsistenz ankommt. Für Alltagsaufgaben reichen oft eines oder zwei.

So sieht das aus, wenn du Produktbeschreibungen im immer gleichen Stil brauchst:

```text
Schreibe eine Produktbeschreibung im Stil der Beispiele.

<beispiel>
Leinenschürze Natur. Kräftiges Halbleinen, verstellbarer Nackenriemen,
zwei tiefe Taschen. Bei 40 Grad waschbar. 68 x 85 cm.
</beispiel>
<beispiel>
Brotkorb Eiche. Massivholz aus Bayern, geölt, mit Leinentuch.
Ø 24 cm, Höhe 9 cm.
</beispiel>

Produkt: Kochmesser, 20 cm Klinge, Damaststahl, Griff aus Olivenholz,
handgeschliffen, nicht spülmaschinenfest.
```

Die Tags wie `<beispiel>` sind kein Muss, helfen aber. Anthropic empfiehlt solche Markierungen ausdrücklich, damit das Modell Anweisungen, Material und Beispiele nicht verwechselt. Das funktioniert auch bei anderen Assistenten.

## Sag, was die KI tun soll, nicht was sie lassen soll

Ein häufiger Fehler sind lange Verbotslisten: keine Floskeln, nicht zu lang, keine Fachbegriffe, nicht förmlich. Besser ist es laut Leitfaden, zu beschreiben, was du willst. „Antworte in kurzen, direkten Sätzen und duze den Leser“ wirkt zuverlässiger als „Sei nicht so steif“.

Verbote haben trotzdem ihren Platz, nämlich bei ganz konkreten Wendungen. „Verwende nicht ‚Ich hoffe, diese Nachricht erreicht Sie gut‘“ ist eindeutig. „Schreib nicht so KI-mäßig“ ist es nicht.

## Große Aufgaben in Schritte zerlegen

Ein Prompt, der alles auf einmal will, liefert selten gute Ergebnisse. „Recherchiere den Markt, schreib ein Konzept und mach eine Präsentation daraus“ überfordert nicht die KI, sondern die Struktur. Besser ist eine Kette: erst die Recherche, dann prüfst du das Zwischenergebnis, dann das Konzept auf Basis der geprüften Recherche, dann die Präsentation.

Anthropic nennt das Verketten von Prompts als eigene Technik. Der praktische Vorteil liegt auf der Hand: Du siehst nach jedem Schritt, ob die Richtung stimmt, und korrigierst früh. Ein Fehler in Schritt eins, der erst in Schritt vier auffällt, kostet sonst alles dazwischen.

Ein Beispiel aus dem Alltag einer Agentur:

1. „Fasse die fünf Kundenmails im Anhang zusammen: Welche Wünsche tauchen mehrfach auf?“
2. Du streichst zwei Punkte, die auf Missverständnissen beruhen.
3. „Entwirf auf Basis dieser drei Wünsche eine Gliederung für ein Angebot.“
4. „Schreibe Abschnitt 2 der Gliederung aus, 150 Wörter, Ton wie im Beispiel.“

Jeder Schritt dauert eine Minute. Zusammen ergibt das einen Entwurf, hinter dem du stehen kannst.

## Typische Fehler, die fast jeder macht

Wer Prompts von Kollegen liest, sieht immer wieder dieselben Muster:

- Der Prompt enthält keine Fakten, nur die Aufgabe. Die KI füllt die Lücke mit Allgemeinplätzen.
- Mehrere Aufgaben stehen in einem Satz, ohne Reihenfolge.
- Die Länge fehlt. Sprachmodelle schreiben dann eher zu viel als zu wenig.
- Das Format ist unklar: Will ich eine Tabelle, Stichpunkte oder einen Brief?
- Es gibt keine Anweisung für den Fall, dass Informationen fehlen.
- Nach einer schlechten Antwort wird derselbe Prompt nochmal geschickt, statt ihn zu verbessern.

Der letzte Punkt verdient einen Satz mehr. Wenn eine Antwort danebenliegt, sag konkret, was falsch ist: „Zu förmlich, und die Frist im zweiten Absatz stimmt nicht, richtig ist der 15.“ Das bringt mehr als ein neuer Anlauf.

## Lass die KI zuerst fragen

Ein Kniff, der in kaum einer Anleitung steht und viel Zeit spart: Bitte die KI, vor der eigentlichen Arbeit Rückfragen zu stellen.

```text
Ich brauche ein Konzept für einen Kundenworkshop.
Bevor du anfängst: Stell mir bis zu fünf Fragen, die du für ein gutes
Ergebnis beantwortet haben musst. Warte auf meine Antworten.
```

So merkst du schnell, welcher Kontext fehlt, und musst nicht drei Runden nachbessern. Besonders nützlich ist das bei Aufgaben, bei denen du selbst noch nicht genau weißt, was du willst.

## Erlaube „weiß ich nicht“

Sprachmodelle antworten lieber falsch als gar nicht. Das liegt laut einer Studie von OpenAI-Forschenden daran, wie Modelle trainiert und bewertet werden: Raten wird belohnt, Unsicherheit nicht. Mehr dazu im Beitrag über [KI-Halluzinationen](https://dein-privater-assistent.de/datenschutz-und-grenzen/ki-halluzinationen/).

Im Prompt hilft eine einfache Zeile: „Wenn die Information nicht im Text steht oder du unsicher bist, sag das, statt zu raten.“ Bei Dokumenten kommt hinzu: „Nenne zu jeder Aussage die Stelle im Dokument.“ Wie das bei langen PDFs funktioniert, zeigt der Ratgeber [PDF mit KI zusammenfassen](https://dein-privater-assistent.de/alltag-automatisieren/pdf-mit-ki-zusammenfassen/).

## Fünf Vorlagen für den Alltag

**Vorlagen zum Kopieren**

- [ ] **Mail:** Schreibe eine Mail an [Empfänger]. Lage: [Fakten]. Ziel: [was soll passieren]. Ton: [x]. Höchstens [n] Wörter.
- [ ] **Zusammenfassung:** Fasse zusammen, damit ich [Entscheidung] treffen kann. Je Punkt die Fundstelle. Fehlendes als „nicht gefunden“.
- [ ] **Gegenprüfung:** Nenne die drei stärksten Einwände gegen meinen Plan. Sei konkret, nicht höflich.
- [ ] **Kürzen:** Kürze auf [n] Wörter. Behalte alle Zahlen. Streiche zuerst Einleitung und Wiederholungen.
- [ ] **Rückfragen:** Bevor du anfängst, stell mir bis zu fünf Fragen.

Wer solche Vorlagen ständig braucht, sollte sie nicht jedes Mal einfügen. Ein eigener Assistent mit festen Anweisungen erledigt das; wie das geht, steht im Beitrag [eigenen KI-Assistenten erstellen](https://dein-privater-assistent.de/werkzeuge/eigenen-ki-assistenten-erstellen/). Konkrete Anwendung für den Posteingang zeigt der Ratgeber [E-Mails mit KI schreiben](https://dein-privater-assistent.de/alltag-automatisieren/ki-e-mails-schreiben/).

## Wann der Prompt nicht das Problem ist

Manchmal liegt es nicht an der Formulierung. Wenn die KI Informationen braucht, die nur in euren internen Systemen stehen, hilft der beste Prompt nicht. Dann muss der Assistent sicheren Zugriff auf diese Daten bekommen, mit sauber geregelten Rechten. Das ist eine Entwicklungsaufgabe, die ein Studio wie [OnlineBuilders](https://onlinebuilders.biz/solutions/ai-systems) übernimmt.

Für alles andere gilt: Nimm den Prompt, den du diese Woche am häufigsten getippt hast, und ergänze die zwei Bausteine, die fehlen. Meistens sind es Zweck und Beispiel. Weitere Werkzeug-Ratgeber findest du unter [Werkzeuge](https://dein-privater-assistent.de/werkzeuge/).

## Häufige Fragen

### Muss ich der KI eine Rolle geben, etwa „Du bist ein Experte für …“?

Eine Rolle hilft, den Ton und das Fachniveau festzulegen, und Anthropic nennt sie ausdrücklich als Technik. Wichtiger sind aber Kontext und Ziel. Eine Rolle ohne Fakten bringt wenig.

### Sollte ich auf Englisch prompten, weil die Modelle das besser können?

Für Alltagsaufgaben nicht nötig. Die großen Modelle verstehen Deutsch gut. Schreib den Prompt in der Sprache, in der du die Antwort brauchst, dann musst du nichts übersetzen.

### Wie lang darf ein Prompt sein?

So lang wie nötig. Ein Prompt mit 200 Wörtern Kontext ist oft besser als einer mit zehn. Unnötig sind nur Wiederholungen und Höflichkeitsformeln.

### Gibt es Prompts, die immer funktionieren?

Nein. Vorlagen sind ein Startpunkt, aber jedes Modell reagiert etwas anders, und Modelle ändern sich mit Updates. Teste deine wichtigsten Prompts nach größeren Updates neu.

Foto: Shixart1985, CC BY 2.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Computer_keyboard_placed_on_a_black_desk_in_a_modern_workspace.jpg)